Sommerhitze ohne Beschwerden: So schützen Sie sich vor Dehydrierung

Ausreichend trinken, körperliche Aktivität in kühle Stunden verlegen und Warnzeichen ernst nehmen: So lassen sich hitzebedingte Beschwerden vermeiden.

16.07.2026 - 13:06
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Sommerhitze ohne Beschwerden: So schützen Sie sich vor Dehydrierung

Bilge Türk | Traumdeutung

ISTANBUL, TÜRKEI — Ausreichend Flüssigkeit, luftige Kleidung, Pausen in kühler Umgebung und körperliche Aktivität am Morgen oder Abend können helfen, Kopfschmerzen und andere hitzebedingte Beschwerden zu vermeiden.

Atabays Medizinischer Direktor, Facharzt Dr. Murat Yaycı, rät dazu, die Signale des Körpers während heißer Sommertage frühzeitig ernst zu nehmen. Langes Verweilen in direkter Sonne, körperliche Anstrengung während der heißesten Stunden und unzureichendes Trinken könnten Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und im schlimmsten Fall einen Hitzschlag begünstigen.

Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, Aktivitäten im Freien in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen, Schatten aufzusuchen sowie leichte und atmungsaktive Kleidung zu tragen. Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass der Körper bei extremer Hitze seine Fähigkeit zur Temperaturregulierung verlieren kann und dadurch das Risiko für Hitzeerschöpfung und Hitzschlag steigt.

Hitze erhöht den Flüssigkeitsbedarf des Körpers

Der menschliche Körper versucht, seine Temperatur vor allem durch Schwitzen zu regulieren. Dabei verdunstet Wasser auf der Haut und entzieht dem Körper Wärme. Gleichzeitig gehen jedoch Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren.

Wer an heißen Tagen lange zu Fuß unterwegs ist, im Freien arbeitet oder Sport treibt, verliert in der Regel mehr Flüssigkeit als unter normalen Bedingungen. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, kann eine Dehydrierung entstehen.

Typische Anzeichen sind intensiver Durst, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe und eine geringere Menge stark konzentrierten Urins. In fortgeschrittenen Fällen können Lethargie und Verwirrtheit hinzukommen.

Yaycı empfiehlt deshalb, nicht erst dann zu trinken, wenn bereits starker Durst auftritt. Getränke sollten über den Tag verteilt aufgenommen und bei Aktivitäten im Freien griffbereit mitgeführt werden.

Wasser und Elektrolyte sollten sinnvoll ausgeglichen werden

Durch starkes Schwitzen verliert der Körper neben Wasser unter anderem Natrium und Kalium. Diese Elektrolyte sind an der Regulation des Flüssigkeitshaushalts sowie an Nerven- und Muskelfunktionen beteiligt.

Für die meisten Menschen sind Wasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee und verdünnte Fruchtsaftschorlen geeignete Getränke. Eine ausgewogene Ernährung mit normal gesalzenen Speisen, Obst und Gemüse trägt ebenfalls zur Versorgung mit Mineralstoffen bei.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt für Erwachsene während einer Hitzewelle als Orientierung etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt. Bei starkem Schwitzen kann der Bedarf höher sein. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre Trinkmenge jedoch ärztlich abstimmen und nicht eigenständig besonders viel Flüssigkeit oder Salz aufnehmen.

Elektrolyt- oder isotonische Getränke können nach starkem Schwitzen, längeren sportlichen Aktivitäten oder deutlichem Flüssigkeitsverlust sinnvoll sein. Sie sind jedoch nicht für jede Person und nicht an jedem gewöhnlichen Sommertag erforderlich.

Sport besser auf die kühleren Stunden verlegen

Intensive Bewegung erzeugt zusätzliche Wärme im Körper. Findet die Aktivität gleichzeitig bei hohen Außentemperaturen und direkter Sonneneinstrahlung statt, muss der Organismus deutlich stärker arbeiten, um seine Temperatur zu regulieren.

Yaycı rät deshalb, Spaziergänge, Lauftraining, Gartenarbeit und andere körperlich belastende Tätigkeiten auf den frühen Morgen oder den späteren Abend zu verschieben. Während der heißesten Tageszeit sollten anstrengende Aktivitäten möglichst vermieden oder deutlich reduziert werden.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ebenfalls, während der größten Hitze nicht nach draußen zu gehen und auf belastende körperliche Aktivitäten zu verzichten. Im direkten Sonnenlicht kann sich die gefühlte Temperatur erheblich höher anfühlen als im Schatten.

Wer dennoch im Freien aktiv sein muss, sollte häufiger Pausen einlegen, Schatten aufsuchen und die Belastung sofort reduzieren, sobald Schwindel, ungewöhnliche Müdigkeit oder Kopfschmerzen auftreten.

Luftige Kleidung unterstützt die Wärmeabgabe

Eng anliegende und wenig atmungsaktive Kleidung erschwert die Abgabe von Körperwärme. Besonders ungünstig können schwere oder dunkle Stoffe sein, die Wärme speichern und die Luftzirkulation begrenzen.

Empfohlen werden locker sitzende Kleidungsstücke aus leichten Materialien wie dünner Baumwolle, Leinen, Viskose oder Seide. Helle Kleidung reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlung und erwärmt sich meist weniger stark als dunkle Stoffe.

Eine leichte Kopfbedeckung schützt vor direkter Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Auch eine geeignete Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel gehören zum Schutz bei Aufenthalten im Freien. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät dazu, die Mittagssonne nach Möglichkeit zu meiden und regelmäßig Schattenpausen einzulegen.

Der Körper kann zusätzlich durch kühle oder lauwarme Duschen, feuchte Tücher auf Stirn und Nacken sowie Wasser an Unterarmen und Handgelenken entlastet werden. Extrem kaltes Wasser ist nicht notwendig und kann bei empfindlichen Personen den Kreislauf belasten.

Kopfschmerzen können ein frühes Warnzeichen sein

Sämtliche Kopfschmerzen an heißen Tagen werden nicht automatisch durch die Temperatur verursacht. Hitze, Flüssigkeitsmangel, intensive Sonneneinstrahlung, Schlafmangel und körperliche Belastung können Beschwerden jedoch auslösen oder bestehende Kopfschmerzen verstärken.

Sogenannte hitzebedingte Kopfschmerzen können gemeinsam mit Durst, Mundtrockenheit, Schwäche, Schwindel, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit auftreten. In einer solchen Situation empfiehlt Yaycı, die Aktivität zu beenden und sich an einen kühlen Ort zu begeben.

Überschüssige Kleidung sollte gelockert oder entfernt werden. Betroffene können in kleinen Mengen Wasser oder ein geeignetes Getränk aufnehmen und Stirn, Nacken, Hände sowie Füße mit feuchten Tüchern kühlen.

Werden die Kopfschmerzen trotz Ruhe und Flüssigkeitszufuhr stärker, treten sie wiederholt auf oder kommen neurologische Beschwerden hinzu, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Schmerzmittel sollten nicht dazu dienen, deutliche Warnzeichen einer Hitzeerkrankung zu überdecken.

Hitzeerschöpfung und Hitzschlag unterscheiden sich

Eine Hitzeerschöpfung kann sich durch starkes Schwitzen, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Kreislaufprobleme bemerkbar machen. Die Haut kann blass, kühl und feucht wirken.

Ein Hitzschlag ist dagegen ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall. Warnzeichen sind unter anderem eine sehr hohe Körpertemperatur, heiße Haut, schwere Verwirrtheit, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit. Die Körpertemperatur kann dabei innerhalb kurzer Zeit auf über 40 °C steigen.

Bei einem vermuteten Hitzschlag muss sofort der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden. Bis Hilfe eintrifft, sollte die betroffene Person in eine kühlere Umgebung gebracht, von überschüssiger Kleidung befreit und vorsichtig gekühlt werden.

Bewusstlosen oder stark verwirrten Personen darf nichts zu trinken gegeben werden, da sie sich verschlucken könnten. Bei Bewusstlosigkeit sind die Atmung zu kontrollieren und die stabile Seitenlage anzuwenden, sofern die Person normal atmet.

Bestimmte Personengruppen benötigen besonderen Schutz

Ältere Menschen, Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen können empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren. Auch Personen, die allein leben, im Freien arbeiten oder regelmäßig intensive körperliche Arbeit leisten, sind stärker gefährdet.

Einige Medikamente können die Wärmeverträglichkeit beeinflussen, die Schweißproduktion verändern oder bei Flüssigkeitsmangel anders wirken. Dazu können beispielsweise bestimmte Entwässerungsmittel, Blutdruckmedikamente, Beruhigungsmittel und einige Psychopharmaka gehören. Medikamente dürfen deshalb nicht selbstständig abgesetzt oder anders dosiert werden; mögliche Anpassungen sollten mit einer Arztpraxis oder Apotheke besprochen werden.

Angehörige und Nachbarn sollten an besonders heißen Tagen regelmäßig nach alleinlebenden oder gesundheitlich belasteten Menschen sehen. Kleine Maßnahmen wie das Bereitstellen von Getränken, das Schließen sonnenbeschienener Fenster oder die Verlegung eines Termins können das Risiko deutlich verringern.

Frühe Reaktion kann ernsthafte Beschwerden verhindern

Yaycı zufolge ist es entscheidend, nicht gegen die Signale des Körpers weiterzuarbeiten oder weiterzutrainieren. Kopfschmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung, starker Durst und Schwindel sind Gründe, die Belastung zu unterbrechen.

Wer sich frühzeitig in eine kühlere Umgebung begibt, ausreichend trinkt und den Körper vorsichtig abkühlt, kann häufig verhindern, dass sich leichte Beschwerden zu einem ernsthaften Hitzenotfall entwickeln.

Bei anhaltenden Beschwerden können sich Menschen in Deutschland an eine Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 wenden. Bewusstseinsstörungen, schwere Atemnot, Krampfanfälle, ein instabiler Kreislauf oder ein vermuteter Hitzschlag erfordern dagegen sofort den Notruf 112.

Ein gesunder Sommer bedeutet daher nicht nur, die Sonne zu genießen. Ebenso wichtig ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, regelmäßig zu trinken und rechtzeitig eine Pause einzulegen.

TraumDeutung24.Net

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