Digitale Gefahren in den Sommerferien: So schützen Eltern ihre Kinder

Mehr Bildschirmzeit in den Ferien erhöht digitale Risiken. ESET erklärt, wie Eltern Kinder vor Phishing, Malware und Cybermobbing schützen können.

23.07.2026 - 22:10
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Digitale Gefahren in den Sommerferien: So schützen Eltern ihre Kinder

Bilge Türk | Traumdeutung

BERLIN, DEUTSCHLAND — In den Sommerferien verbringen Kinder und Jugendliche oft mehr Zeit mit Spielen, sozialen Medien und mobilen Geräten, wodurch auch das Risiko für Phishing, Schadsoftware, Kontodiebstahl und Cybermobbing steigt.

Das Cybersicherheitsunternehmen ESET weist darauf hin, dass Smartphones wie Computer behandelt und entsprechend geschützt werden sollten. Die Geräte enthalten häufig persönliche Nachrichten, Fotos, gespeicherte Passwörter, Standortdaten sowie Zugänge zu sozialen Netzwerken oder Zahlungsdiensten.

Besonders riskant kann es sein, wenn Eltern ihre eigenen Smartphones, Tablets oder Computer ohne zusätzliche Sicherheitseinstellungen an ihre Kinder weitergeben. Eine schädliche App oder eine gefälschte Anmeldeseite kann dann nicht nur die Daten des Kindes, sondern auch Konten, Dateien und finanzielle Informationen der Eltern gefährden.

Mehr Onlinezeit erhöht die Wahrscheinlichkeit digitaler Risiken

Wenn während der Ferien Schule, Hausaufgaben und regelmäßige Freizeitangebote wegfallen, verbringen viele Kinder einen größeren Teil des Tages mit Online-Spielen, Videos, sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten.

Mit der Nutzungsdauer steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf unbekannte Links klicken, nicht vertrauenswürdige Webseiten besuchen oder Spiele aus inoffiziellen Quellen herunterladen.

Cyberkriminelle nutzen häufig Angebote, die gezielt die Interessen junger Menschen ansprechen. Dazu gehören angeblich kostenlose Spiele, virtuelle Währungen, zusätzliche Spielfiguren, Kleidungsstücke für Avatare, Geschenkkarten oder kostenlose Versionen kostenpflichtiger Inhalte.

Hinter solchen Angeboten können sich gefälschte Anmeldeseiten oder Downloads mit Schadsoftware verbergen. Kinder und Jugendliche können oftmals nur schwer einschätzen, ob eine Nachricht, eine Werbung oder eine Webseite tatsächlich vom Betreiber des jeweiligen Spiels stammt.

ESET empfiehlt Eltern deshalb, sich darüber zu informieren, welche Spiele und Plattformen ihre Kinder nutzen, woher Anwendungen heruntergeladen werden und mit welchen Personen die Kinder online kommunizieren.

Phishing-Nachrichten zielen auf Passwörter und Konten

Phishing-Angriffe richten sich nicht nur gegen Erwachsene. Kinder und Jugendliche können über soziale Netzwerke, E-Mails, Messenger-Dienste, SMS oder Chatfunktionen innerhalb von Spielen angesprochen werden.

In gefälschten Nachrichten wird beispielsweise behauptet, ein Benutzerkonto müsse dringend bestätigt werden, ein Gewinn stehe bereit oder ein Freund habe ein Foto geschickt. Der enthaltene Link führt jedoch möglicherweise auf eine manipulierte Webseite.

Geben Nutzer dort ihre Anmeldedaten ein, gelangen Benutzername und Passwort unmittelbar an die Angreifer. Wird dasselbe Passwort für mehrere Dienste verwendet, können die Täter anschließend versuchen, weitere Konten zu übernehmen.

Kinder sollten lernen, bei unerwarteten Nachrichten vorsichtig zu sein. Die Identität des Absenders sollte möglichst über einen anderen Kommunikationsweg überprüft werden. Persönliche Zugangsdaten oder Bestätigungscodes dürfen nicht über Chats oder Nachrichten weitergegeben werden.

Entscheidend ist außerdem, dass Kinder einen Fehler ohne Angst vor einer sofortigen Bestrafung mitteilen können. Wer befürchtet, das Smartphone oder den Internetzugang zu verlieren, verschweigt möglicherweise einen sicherheitsrelevanten Vorfall.

Gefälschte Spiele können Schadsoftware enthalten

Viren, Trojaner, Würmer und andere schädliche Programme gehören nach Angaben von ESET zu den häufigsten digitalen Gefahren für junge Nutzer.

Sie können über gefälschte Spieleseiten, Download-Portale von Drittanbietern, Internetforen, soziale Netzwerke oder Nachrichten verbreitet werden. Häufig werden die Dateien als kostenlose oder erweiterte Versionen bekannter Spiele angeboten.

Nach der Installation kann Schadsoftware Passwörter auslesen, persönliche Dateien öffnen, Aktivitäten überwachen oder Angreifern den Fernzugriff auf das Gerät ermöglichen.

Auch in offiziellen App-Stores können zeitweise problematische oder irreführende Anwendungen erscheinen. Ein Eintrag in einem bekannten App-Store ist deshalb keine vollständige Garantie für die Sicherheit einer Anwendung.

Vor einer Installation sollten der Name des Entwicklers, die Bewertungen anderer Nutzer und die angeforderten Berechtigungen geprüft werden. Spiele und Anwendungen sollten möglichst nur aus offiziellen und vertrauenswürdigen Quellen heruntergeladen werden.

Raubkopien, modifizierte Spielversionen und Programme, die normalerweise kostenpflichtige Inhalte kostenlos versprechen, stellen ein erhöhtes Risiko dar.

Persönliche Informationen gehören nicht in soziale Netzwerke

Kinder können soziale Medien technisch sehr sicher bedienen, ohne bereits alle Folgen der Veröffentlichung persönlicher Informationen einschätzen zu können.

Telefonnummern, Wohnadressen, Schulnamen, Passwörter, Ausweisdaten und aktuelle Standortinformationen sollten nicht öffentlich geteilt oder an unbekannte Personen versendet werden.

Auch Urlaubsbilder können unbeabsichtigt sensible Hinweise enthalten. Hausnummern, Schuluniformen, Straßenschilder oder in Fotos gespeicherte Standortdaten können Rückschlüsse darauf ermöglichen, wo ein Kind lebt oder welche Schule es besucht.

Eltern sollten ihren Kindern erklären, dass einmal veröffentlichte Inhalte nicht unbedingt vollständig aus dem Internet verschwinden. Andere Personen können Bilder speichern, Videos herunterladen oder Bildschirmaufnahmen anfertigen.

Vor dem Veröffentlichen sollte daher überlegt werden, wer den Inhalt sehen kann, welche persönlichen Informationen darin erkennbar sind und ob die Veröffentlichung auch zu einem späteren Zeitpunkt noch akzeptabel wäre.

Die Privatsphäre-Einstellungen sozialer Netzwerke sollten regelmäßig kontrolliert werden. Profile jüngerer Nutzer sollten nicht öffentlich sichtbar sein. Kontakt- oder Freundschaftsanfragen unbekannter Personen sollten nicht angenommen werden.

Smartphones brauchen denselben Schutz wie Computer

Smartphones dienen längst nicht mehr nur zum Telefonieren oder Spielen. Auf ihnen befinden sich E-Mail-Konten, private Nachrichten, Fotos, soziale Medien, Standortverläufe und gespeicherte Zugangsdaten.

Auf manchen Geräten sind zusätzlich Bankanwendungen, digitale Geldbörsen oder hinterlegte Zahlungsmethoden verfügbar. Gerät ein solches Smartphone in falsche Hände oder wird mit Schadsoftware infiziert, können auch finanzielle Schäden entstehen.

ESET empfiehlt deshalb, auf Smartphones dieselben grundlegenden Schutzmaßnahmen anzuwenden wie auf Computern.

Dazu gehören eine sichere Bildschirmsperre, aktuelle Software, eine zuverlässige Sicherheitslösung und Funktionen, mit denen verlorene Geräte aus der Ferne gefunden, gesperrt oder gelöscht werden können.

Wenn Eltern ihr persönliches Gerät vorübergehend an ein Kind weitergeben, kann ein eingeschränktes Benutzerprofil sinnvoll sein. Zahlungsinformationen und sensible Anwendungen sollten nicht frei zugänglich bleiben.

Kinder sollten außerdem nicht selbstständig neue Anwendungen installieren oder Änderungen an den Sicherheitseinstellungen vornehmen, ohne zuvor mit den Eltern zu sprechen.

Starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden

Einfache Passwörter wie Namen, Geburtsdaten, Fußballvereine oder Zahlenfolgen wie „123456“ lassen sich leicht erraten. Dasselbe gilt für kurze Wörter, die in Wörterbüchern vorkommen.

Für jedes Benutzerkonto sollte ein eigenes, langes und schwer vorhersehbares Passwort verwendet werden. Wird ein Passwort bei einem Dienst gestohlen, bleiben die anderen Konten dadurch weiterhin geschützt.

Passwörter sollten weder Freunden mitgeteilt noch über Messenger-Dienste verschickt werden. Auch angebliche Mitarbeiter eines Unternehmens dürfen nicht nach vollständigen Passwörtern fragen.

Ein Passwortmanager kann Familien dabei helfen, für jeden Dienst ein eigenes sicheres Passwort zu erstellen und geschützt zu speichern.

Zusätzlich sollte auf möglichst vielen Plattformen die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden. Nach der Eingabe des Passworts wird dabei ein zweiter Sicherheitsnachweis verlangt.

Dieser kann über eine Authentifizierungs-App, einen Sicherheitsschlüssel oder einen zeitlich begrenzten Code erfolgen. Selbst wenn ein Angreifer das Passwort kennt, kann er das Konto ohne den zweiten Faktor nicht ohne Weiteres öffnen.

Bestätigungscodes müssen genauso vertraulich behandelt werden wie Passwörter. Sie dürfen nicht an Personen weitergegeben werden, die sich in Chats oder Nachrichten als Freunde, Support-Mitarbeiter oder Spielbetreiber ausgeben.

Das Artikelbild kann unterhalb dieses Abschnitts eingefügt werden.

App-Berechtigungen und Updates regelmäßig kontrollieren

Viele Anwendungen verlangen Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Kontakte, Fotos oder den Standort des Nutzers. Nicht jede dieser Berechtigungen ist für die eigentliche Funktion der App erforderlich.

Eltern sollten deshalb regelmäßig prüfen, welche Zugriffsrechte den installierten Anwendungen erteilt wurden. Nicht benötigte Berechtigungen können in den Einstellungen des Geräts deaktiviert werden.

Eine Wetter-App kann beispielsweise Zugriff auf einen ungefähren Standort benötigen. Ein einfaches Rätselspiel braucht jedoch normalerweise keinen dauerhaften Zugriff auf das Mikrofon oder das Adressbuch.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine neue App bereits bei der Installation zahlreiche Zugriffsrechte verlangt, die mit ihrem Zweck nichts zu tun haben.

Auch automatische Aktualisierungen sollten aktiviert werden. Updates bringen nicht nur neue Funktionen, sondern schließen häufig Sicherheitslücken, die von Kriminellen ausgenutzt werden könnten.

Das Betriebssystem, installierte Anwendungen und Sicherheitsprogramme müssen regelmäßig aktualisiert werden. Anwendungen, die nicht mehr genutzt werden, sollten vom Gerät entfernt werden.

Cybermobbing offen und ohne Vorwürfe ansprechen

Neben technischen Gefahren können Kinder im Internet auch mit Beleidigungen, Drohungen, Ausgrenzung oder dem unerlaubten Verbreiten persönlicher Bilder konfrontiert werden.

Cybermobbing kann über soziale Netzwerke, Gruppenchats, Messenger-Dienste oder Online-Spiele stattfinden. Die Inhalte bleiben häufig dauerhaft sichtbar und können sich innerhalb kurzer Zeit an viele Personen verbreiten.

Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen, wie sie sich verhalten können, wenn sie selbst betroffen sind oder beobachten, dass ein anderes Kind angegriffen wird.

Beleidigende Nachrichten, Bilder und andere Beweise sollten dokumentiert und nicht sofort gelöscht werden. Täter können blockiert und den jeweiligen Plattformen gemeldet werden. Bei ernsten Drohungen oder wiederholten Angriffen sollte professionelle Unterstützung gesucht werden.

Kinder müssen zugleich lernen, dass auch vermeintliche Scherze andere Menschen verletzen können. Empathie und respektvolle Kommunikation gehören deshalb ebenfalls zur digitalen Sicherheit.

Ein offenes Gesprächsklima ist besonders wichtig. Kinder sollten wissen, dass sie ihren Eltern von unangenehmen Nachrichten oder eigenen Fehlern erzählen können, ohne sofort verurteilt zu werden.

Eltern sollten Teil der digitalen Lebenswelt bleiben

Eltern müssen nicht jede Plattform besser beherrschen als ihre Kinder. Sie sollten jedoch wissen, welche Anwendungen, Spiele und sozialen Netzwerke genutzt werden.

Wer sich für die digitale Lebenswelt des Kindes interessiert, kann verdächtige Kontakte, riskante Inhalte und Veränderungen im Nutzungsverhalten früher erkennen.

Der Browserverlauf und die Gerätenutzung können Hinweise auf digitale Gewohnheiten geben. Kontrollen sollten jedoch möglichst offen besprochen werden. Eine heimliche und dauerhafte Überwachung kann das Vertrauen beeinträchtigen und dazu führen, dass Kinder Probleme verschweigen.

Wird der Browserverlauf regelmäßig vollständig gelöscht oder reagiert ein Kind plötzlich ungewöhnlich nervös auf Fragen zur Gerätenutzung, kann dies ein Anlass für ein ruhiges Gespräch sein. Es muss jedoch nicht automatisch bedeuten, dass etwas Verbotenes geschehen ist.

Technische Schutzmaßnahmen allein können nicht jede Gefahr verhindern. Ebenso wichtig sind Medienkompetenz, klare Regeln, altersgerechte Begleitung und eine vertrauensvolle Kommunikation innerhalb der Familie.

ESET empfiehlt, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, automatische Updates, geprüfte App-Berechtigungen und aktuelle Sicherheitssoftware miteinander zu kombinieren.

Das Ziel sollte nicht darin bestehen, Kinder vollständig aus digitalen Räumen auszuschließen. Sie sollten vielmehr lernen, Risiken zu erkennen, persönliche Informationen zu schützen und rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn ihnen online etwas Unangenehmes oder Verdächtiges begegnet.

TraumDeutung24.Net

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