Die Welt der Träume: Arten, Bedeutungen und ihre geheimnisvollen Seiten
Der Artikel untersucht die islamische Einteilung von Träumen, ihre spirituellen Ursprünge, sowie die Frage, ob Seele oder Geist Träume empfängt – basierend auf Aussagen von Propheten, Imamen und Traumdeutern.
Die Welt der Träume: Arten, Bedeutungen und ihre geheimnisvollen Seiten
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Träume als Botschaften: Zwischen göttlicher Führung, innerer Psyche und Irritation
Der Prophet Muhammad (s.a.a) sagte: „Träume bestehen aus drei Arten: Einige sind von Allah – sie bringen dem Menschen frohe Botschaften. Einige sind vom Satan – sie führen zu Verzweiflung. Und einige sind verworrene Träume – sie haben keine Bedeutung.“
Diese Einteilung zieht sich durch die Traumdeutungstradition islamischer Gelehrter über Jahrhunderte hinweg. Auch andere Propheten und renommierte Deuter wie Daniel, Imam Cafer Sadık, Ibn Sîrîn und Cabir boten ähnliche Klassifikationen an.
Klassifikation der Träume nach Propheten und Imamen
Daniel (a.s) unterschied zwei Hauptkategorien von Träumen:
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Träume, die den gegenwärtigen Zustand offenbaren
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Träume, die über zukünftige Ereignisse berichten
Beide lassen sich in vier Untertypen gliedern:
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Auffordernde Träume
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Warnende Träume
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Erschreckende Träume
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Freudige Träume
Imam Cafer Sadık (a.s) teilte Träume in:
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Klar und fest (Muhkam)
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Metaphorisch (Müteşabih)
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Verworren (Karmaşık)
Letztere treten insbesondere bei bestimmten Gruppen auf: Menschen mit verdorbener Natur, Trunkene, Personen, die schwer verdauliche Speisen (z. B. Auberginen, Linsen, Saures) essen, sowie Kinder vor der Pubertät.
Wahre Träume als göttliche Eingebungen
Ibn Sîrîn und Cabir zufolge werden wahre Träume durch Engel übermittelt, die vom „wohlverwahrten Tablet“ (Lehw-i Mahfuz) kommen. Diese Träume dienen entweder als Warnung vor Sünde oder als frohe Verheißung.
Cabir unterscheidet drei Arten von wahren Träumen:
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Frohe Botschaft: Ankündigungen weltlicher oder jenseitiger Gunst
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Warnung: Hinweise auf gefährliche Wege
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Eingebung: Wegweiser zu Reue, Gehorsam, Gerechtigkeit und Tugend
Falsche Träume sind laut Cabir ebenfalls dreigeteilt:
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Gedankenträume (himmet): was man tagsüber denkt
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Krankheitsträume (illet): durch Fieber oder körperliche Schmerzen ausgelöst
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Satanische Einflüsse: unzusammenhängend, wirr und bedeutungslos
Das Unerklärliche im Traum: Erlebnisse jenseits der Logik
Imam Ali (a.s) bezeichnete Träume als eines der wunderlichsten Geschöpfe Gottes. Ibn Sîrîn berichtet von Träumen, die sich exakt so im Wachleben erfüllen.
Manche träumen von Fremden, die sie später im realen Leben treffen – oder äußern in der Traumwelt tiefgründige Aussagen, zu denen sie im wachen Zustand nicht fähig wären.
Cabir ergänzt: Manche Menschen sprechen im Traum fremde Sprachen oder geben Erklärungen ab, deren Bedeutung ihnen beim Aufwachen völlig unbekannt ist. Kirmanî wiederum nennt Träume prophetisch, die sich exakt so wie gesehen im echten Leben ereignen.
Seele oder Geist? Ein theologisches und philosophisches Dilemma
Der Koran sagt: „Allah nimmt die Seelen zur Zeit ihres Todes und die derer, die nicht sterben, während ihres Schlafes ...“ (Sure 39:42).
Diese Aussage legt nahe, dass die Seele (nefs) während des Schlafes den Körper verlässt und Wissen erlangt, bevor sie zurückkehrt. Doch es gibt auch abweichende Meinungen. Manche Gelehrten argumentieren, dass der Mensch sich im Schlaf weiterhin bewegt und atmet – ein Beweis, dass die Seele nicht vollständig den Körper verlässt.
Einige Philosophen sehen Ruh (Geist) und Nefs (Seele) als zwei Aspekte desselben Wesens – wie Eis und Wasser. Andere sehen sie als getrennte Entitäten. Muslime folgen der koranischen Aussage: „Sie fragen dich nach der Seele. Sprich: Die Seele ist eine Angelegenheit meines Herrn.“ (Sure 17:85)
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